RFC 2544 vs EtherSam

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Bisheriges Testverfahren: RFC 2544

RFC 2544 ist das am weitesten verbreitete Verfahren zum Testen von Ethernet-Diensten. Diese Testreihe ermöglicht die Messung von Durchsatz, Rundlaufzeit, Burst und Rahmenverlust. Ursprünglich wurde RFC 2544 als Benchmarking-Methode für Netzwerkelemente in Laboren eingeführt. Da damit aber Durchsatz, Burstfähigkeit, Rahmenverlust und Latenz messbar sind, und weil es das einzige standard-ähnliche Verfahren war, kam es auch für Vor-Ort-Tests von Ethernet-Diensten zum Einsatz. Obgleich diese Methode mehrere Schlüsselparameter zur Qualifizierung des Netzwerks zur Verfügung stellt, ist sie für eine umfassende Validierung der heutigen Ethernet-Dienste nicht mehr ausreichend. Genauer gesagt beinhaltet RFC 2544 nicht alle geforderten Messungen zur Ermittlung solcher Parameter wie Paketjitter, QoS und Güte mehrerer gleichzeitig übertragener Dienste. Da RFC 2544 zudem die Ausführung mehrerer, sequenzieller Tests zur Validierung kompletter SLAs erfordert, nimmt dieses Verfahren mehrere Stunden in Anspruch und ist für die Betreiber daher sowohl zeit- als auch kostenaufwendig. Heute besteht zudem die Anforderung, alle im Netzwerk übertragenen Diensttypen zu simulieren und gleichzeitig alle SLA-Parameter für jeden einzelnen dieser Dienste zu qualifizieren.


Zur Lösung dieses Problems hat die ITU-T mit Y.1564 (vormals Y.156sam) einen neuen Teststandard definiert.

 

 

Verbessertes Testverfahren: EtherSAM (ITU-T Y.1564)

Zur Lösung dieses Problems mit den verfügbaren Messungen hat die ITU-T mit Y.1564 (vormals Y.156sam) einen neuen Teststandard definiert, der auf die Anforderungen der modernen Ethernet-Dienste zugeschnitten ist. EXFO ist das erste Unternehmen, das EtherSAM, das auf diesem neuen Standard beruhende Testverfahren für Ethernet-Dienste, in seine Ethernet-Testprodukte integriert hat. EtherSAM ermöglicht die lückenlose Validierung aller SLA-Parameter mit nur einem Test zur Sicherung einer optimalen QoS.
wissen-ether-sam-messung-diagramIm Unterschied zu anderen Verfahren werden auch neue Mehrdienste-Angebote unterstützt. Tatsächlich kann EtherSAM alle im Netzwerk übertragenen Diensttypen simulieren und gleichzeitig alle SLA-Parameter für jeden einzelnen dieser Dienste qualifizieren. Es überprüft die im Netzwerk eingerichteten QoS-Mechanismen zur Priorisierung der unterschiedlichen Diensttypen, was eine präzisere Validierung und eine viel schnellere Bereitstellung und Fehlerdiagnose ermöglicht.

Darüber hinaus bietet EtherSAM zusätzliche Leistungsmerkmale wie bidirektionale Messungen. EtherSAM (Y.1564) basiert auf der Annahme, dass die Ursachen für die Mehrzahl der Dienststörungen in zwei deutlich abgegrenzten Bereichen, d. h. in der Konfiguration der den Dienst übertragenen Netzelemente oder in der Performance des Netzwerks unter Hochlastbedingungen, wenn mehrere Dienste zu einer Blockierung führen, zu finden sind.

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