PMD - Polarisations Moden Dispersion

Die PMD ist im Vergleich zur chromatischen Dispersion zeitlich schwankend und kann z. B. von Temperatur oder mechanischer Spannung beeinflusst werden.

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PMD entsteht, wenn von gesendeten Pulsen die senkrecht zueinander stehenden Polarisationsanteile betrachtet werden und diese aufgrund von z. B. nicht idealer Fasergeometrie, die Übertragungsstrecke mit unterschiedlicher Geschwindigkeit durchlaufen.
Die gesamte Übertragungsstrecke ist wiederum in virtuelle Teilstrecken mit separaten Übertragungseigenschaften zu unterteilen. Bei der Bewertung der Gesamtstrecke sind die Teilstreckenwerte zu addieren. Da die anteiligen Werte statistisch schwanken und auch negativ sein können, steigt die PMD nicht linear, sondern mit der Wurzel aus der Entfernung an.

PMD gefährdete Strecken sind insbesondere zu finden in:

  • „alten“ Kabeln (nicht ideale Fasergeometrie)
  • Luftkabeln (Temperaturschwankungen)
  • parallel zu Bahnstrecken (Temperaturschwankungen und Vibrationen)

Maximal zulässiger PMD-Wert für eine 100km lange Strecke

Bitrate max. zulässige PMD-Verzögerung

max. zulässige PMD-Koeffizient bei 100 km

2,5 Gbit/s 40 ps 4 ps/km¯²
10 Gbit/s 10 ps 1 ps/km¯²
40 Gbit/s 2,5 ps 0,25 ps/km¯²
100 Gbit/s 1 ps 0,1 ps/km¯²

 

Im Gegensatz zu chromatischer Dispersion läßt sich PMD nicht mit einfachen Mitteln kompensieren. Daher beschränken sich die Möglichkeiten i.d.R. auf die Selektion von Fasern und Zuweisung der Fasern mit geringer PMD für hohe Datenraten. 

Für die PMD-Messung gibt es neuerdings Geräte, die eine Lokalisierung der PMD-Quellen erlauben. Erst aufgrund dieser Entwicklung (EXFO) ist es möglich, PMD-gefährdete Teilstrecken effektiv nachzubessern.

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