OTDR = Optical Time Domain Reflectometer (optische Zeitbereichsreflektometrie)
Eine OTDR Messung liefert neben einer Längenermittlung (tatsächlich gemessen wird die Laufzeit eines Lichtpulses), den ortsaufgelösten Dämpfungsverlauf eines Prüflings (LWL). Das Messprinzip beruht darauf, dass kurze Pulse gesendet werden, die den Prüfling durchlaufen. Beim Durchlaufen der Faser wird von jedem Ort ein kleiner Teil des Lichts auf Grund der Rayleigh-Streuung zum Gerät zurück geleitet.
Von entfernteren Orten kommt die Streuung also später und um die Faserdämpfung abgeschwächt zum Messgerät zurück. Die Anzeige des Messgerätes stellt den Intensitätsverlauf über einer Zeitachse dar, wobei die Zeitachse in Entfernung umgerechnet ist.
Grundsätzlich ist die Messkurve eine abfallende Gerade, auf der lokale Dämpfungsstellen durch zusätzliche „Intensitätstreppen” erkannt werden können.
An Steckverbindern entstehen auf Grund der Fresnelreflexion vergleichsweise starke Signale, die auf der OTDR Kurve als positive Ausschläge dargestellt werden.
Werden unterschiedliche Fasertypen verbunden und mit einem OTDR gemessen, kann es zu richtungsabhängigen Dämpfungswerten kommen. Dies begründet die häufige Forderung, Glasfaserstrecken bidirektional zu messen.

Kenngrößen eines OTDRs sind deren Dynamikbereich, so genannte Totzonen (nach Steckerreflexionen) und Auflösungsvermögen.

Angeboten werden OTDRs sowohl für Multimode Fasern und Messwellenlängen von 850 und 1300nm als auch für Singlemode Fasern mit Messwellenlängen von 1310, 1383, 1490, 1550 und/oder 1625nm.
Um den Eingangsstecker eines Prüflings beurteilen zu können, ist eine Vorlauffaser zu verwenden. Die Vorlauffaser muß der jeweiligen OTDR-Pulslänge angepasst sein. Für Singlemode-Messungen werden häufig Vorlauflängen von 1000m, für Multimode-Messungen Vorlauflängen von 150m verwendet.






