
In der LWL-Technik werden diverse ganz unterschiedliche LWL-Stecker eingesetzt. Im Text möchten wir vor allem auf einige neuralgische Punkte hinweisen. Dann folgt eine Auswahl der bekanntesten Stecker im faseroptischen Netzwerk mit Beispielbildern, Beschreibung und technischen Daten.
LWL-Stecker haben grundsätzliche Vorteile aber auch gravierende Nachteile (gegenüber einem Fusionsspleiss). Der wichtigste Vorteil besteht darin, dass sie eine lösbare Steckverbindung zwischen zwei Lichtwellenleitern darstellen. Dabei wird in der Regel bei faseroptischen Steckern nicht zwischen Stecker und Buchse unterschieden, die Verbindung kommt vielmehr durch eine LWL-Kupplung zustande.
Ein prinzipbedingter Nachteil von LWL-Steckverbindungen besteht darin, dass jeder LWL-Stecker eine Störung des Lichtwellenleiternetzes darstellt.
Tatsächlich kommen die allermeisten Störungen in einem optischen Netz durch defekte oder auch nur verunreinigte Stecker zustande. Aus diesem Grund sind LWL-Stecker auch Präzisionsbauteile. Geringste mechanische Fertigungstoleranzen oder Veränderungen durch häufiges Ein- und Ausstecken können die wesentlichen übertragungstechnischen Parameter beeinträchtigen. Daher sind die wichtigsten Eigenschaften auch festgelegt, dazu später mehr.
Staub, Fett und Kratzer sind die natürlichen Feinde optischer Stecker. JEDE Steckverbindung muss vor dem Zusammenbau mit einem LWL-Mikroskop geprüft und/oder gereinigt werden - Sie können sich in der entsprechenden Rubrik unserer Homepage genauer darüber informieren, dort wird alles zum Thema Inspektion und Reinigung erläutert. Außerdem finden Sie in unserer "Wissen"-Rubrik auch eine Erläuterung zur Funktion eines Optical Time Domain Reflectometers, kurz OTDR, zur Fehlerlokalisierung im optischen Netz.
Die grundsätzlichen Übertragungsparameter an der optischen Steckverbindung sind die Einfügedämpfung und die Rückflussdämpfung. Darüber hinaus: Die Konstanz der übertragungstechnischen Werte bei häufiger Beanspruchung, die Anzahl der Steckzyklen, leichte Handhabung sowie kompakte Abmessungen. Von der LwL-Steckverbindung hängt die Funktion und die Qualität des gesamten optischen Übertragungssystems ab!
Optimal ist eine LWL-Steckverbindung dann, wenn das Kernglas beider LWL Stecker sich exakt gegenüber steht. Das wird beeinflusst durch eine ungenaue Führung der Faser in der Ferrule und dadurch bedingtem Versatz des Kernglases aus der Mittelachse und natürlich dadurch, wie präzise der LWL-Stecker in der Kupplung geführt wird. Dieser s.g. laterale Versatz erhöht die Dämfung überproportional.
Auch der Kippwinkel zwischen den beiden Steckern in der LWL-Kupplung hat einen Einfluss und ist im wesentlichen von der Fertigungsqualität der Kupplung abhängig.
Um dem Ziel einer möglichst geringen Einfügedämpfung bei hoher Rückflussdämpfung (Return Loss, ORL) näher zu kommen, spielen auch der Abstand der Ferrulen zueinander und der Schliff der Steckerendfläche eine wesentliche Rolle. Die meisten Stecker gibt es in den Ausführungen PC (Physical Contact), mit gerader, leicht ballig geschliffener Endfläche und APC (Angled Physical Contact) mit einem Schrägschliff, der weniger Reflexionen erzeugt und dadurch insgesamt bessere Werte aufweist.
Eine rauhe Oberfläche der Ferrule erzeugt ebenfalls eine hohe Einfügedämpfung. Schuld daran sind Beschädigungen und Verschmutzungen der Steckerendfläche. Allein Verschmutzungen können zum Totalausfall des optischen Übertragungsnetzes führen.
Eine hohe Fertigungsgenauigkeit ist auch deshalb wichtig weil der geringste axiale (laterale) Versatz bereits zu hoher Dämpfung führt.
Die große Zahl der handelsüblichen LWL-Stecker unterscheidet sich in der Bauform, dem Verschluss, der Verbindungsart und dem Einsatzgebiet. Bei der universellen Verkabelung schreibt der Verkabelungsstandard den Einsatz des SC-Steckers vor. Bei einer bestehenden Installation mit ST-Steckern, können jedoch für neue Anschlüsse weiterhin ST-Stecker verwendet werden. Ferner vorgeschrieben: Es dürfen nur Fasern mit 125 µm verwendet werden (9/125 µm, 50/125 µm, 62,5/125 µm). Die mögliche Anzahl der Steckzyklen muss 500 übersteigen und die maximale Einfügungsdämpfung muss unter 0,5 dB liegen.
Für Reparaturarbeiten und den Hausanschlussbereich (FTTx) gibt es auch feldmontierbare Stecker. Als Beispiele seien hier der FAST-Stecker genannt, der sozusagen mechanisch gespleisst wird und sich völlig werkzeuglos installieren lässt und zum anderen der FuseConnect, der per Lichtbogenspleiss mit Fujikura-Spleissgeräten verarbeitet wird und daher hervorragende Werte aufweisen kann. Beide gibt es in verschiedenen Bauformen.
SMA- und der ST-Stecker gibt es auch für Polymerfasern (POF) mit 1.000 µm Manteldurchmesser.
SC-Stecker

LWL-Steckverbinder nach IEC 61754-4, NTT-SC Norm und CECC 86265 für Single Mode (PC/APC) und Multimode (PC) Übertragungstechnik.
| Ferrule | 2,5mm Metall/Keramik |
| Typische Einfügedämpfung | MM 0,2/SM 0,2dB |
| Steckzyklen ca. | 1000-2000 |
| Verriegelung | Push/Pull |
| Versionen | Multi/Singlemode Normal- und Schrägschliff |
| Einsatzgebiet | CATV, LAN, MAN, WAN, Messtechnik, Medizintechnik, Industrie |
| Faseranzahl je Stecker | 1Faser |
| Verbreitung | sehr oft (Europa Standard) |
FC-Stecker

Heutige FC-Stecker werden mit Verdrehschutz hergestellt, frühere Versionen sind noch ohne Verdrehsicherung ausgestattet.
Normen: CECC 86115, IEC 61754-13, NTT-FC
| Ferrule | 2,5mm Metall/Keramik |
| Typische Einfügedämpfung | MM 0,15/SM 0,2dB |
| Steckzyklen ca. | 1000 |
| Verriegelung | Bajonett |
| Versionen | Multi/Singlemode Normal- und Schrägschliff |
| Einsatzgebiet | LAN/WAN |
| Faseranzahl je Stecker | 1 Faser |
| Verbreitung | eher selten (Asien Standard) |
ST-Stecker

ST-kompatibel (BF0C/2,5) (ST ist ein eingetragenes Warenzeichen von AT&T) nach CECC 86120 und IEC 61754-2 für Single Mode und Multimode (PC).
Der ST-Stecker, auch als BFOC bekannt, ist neben dem SC-Stecker ein Standard für Verlegekabel.
| Ferrule | 2,5mm Metall/Keramik |
| Typische Einfügedämpfung | MM 0,2/SM 0,15dB |
| Steckzyklen ca. | 1000-2000 |
| Verriegelung | Bajonett mit Verdrehschutz und gefedert |
| Versionen | Multi/POF/Singlemode Normal- und Schrägschliff |
| Einsatzgebiet | LAN, WAN |
| Faseranzahl je Stecker | 1 Faser |
| Verbreitung | sehr oft (weltweit verbreitet) |
E2000, E2000PS
LWL-Stecker nach IEC 61754-15 und CECC 86275, mit integrierter Laserschutzklappe. Über den Entriegelunsghebel ist der E-2000® verschließbar. Eine fehlerhafte Steckverbindung lässt sich durch farblich und mechanisch kodierte Entriegelungshebel ausschließen.
Folgende Farbkodierungen sind üblich:
beige/schwarz/beige: Multimode, 50µm, PC-Schliff
beige/beige/beige: Multimode, 62,5µm, PC-Schliff
blau/blau/blau: Singlemode, 9µm, PC-Schliff
grün/grün/grün: Singlemode, 9µm, APC-Schliff
rot/rot/rot: für die Übertragung von bis zu 2 Watt, SM, APC 4°
| Ferrule | 2,5mm Keramik/Metall |
| Typische Einfügedämpfung | MM 0,15/SM 0,2dB |
| Steckzyklen ca. | 1000 |
| Verriegelung | Push/Pull |
| Versionen | Multi/Singlemode Normal- und Schrägschliff |
| Einsatzgebiet | LAN, WAN |
| Faseranzahl je Stecker | 1 Faser |
| Verbreitung | häufig |
F3000™

SFF (Small Form Factor)-Steckverbinder nach IEC 61 754-20 und TIA/EIA 604-10, LC- (Lampert Connector) kompatibel, sofern diese genau nach Spezifikation gefertigt wurden. Mit integrierter Laser- und Staubschutzklappe für Singlemode- (PC/APC) und Multimode- (PC) Anwendungen.
| Ferrule | 1,25mm Keramik/Metall |
| Typische Einfügedämpfung | MM 0,15/SM 0,2dB |
| Maximale Einfügedämpfung in Low-IL-Ausführung | MM 0,15/SM 0,15 |
| Steckzyklen ca. | 1000 |
| Verriegelung | Push/Pull |
| Versionen | Multi/Singlemode Normal- und Schrägschliff |
| Einsatzgebiet | CATV, LAN, Messtechnik, Medizinaltechnik, Sensorik, Industrie |
| Faseranzahl je Stecker | 1 Faser |
| Verbreitung | noch relativ selten |
LC-Stecker

“Small Form Factor” (SFF)-Stecker der neuen Generation. Dieser von Lucent entwickelte LWL-Stecker wird wegen seiner hochkompakten Bauform vorwiegend an aktiven Komponenten, z.B. Switch, eingesetzt. Normen: IEC 61754-20, TIA604-10-A
| Ferrule | 1,25mm Keramik/Metall |
| Typische Einfügedämpfung | MM 0,2/SM 0,12dB |
| Steckzyklen ca. | 500-1000 |
| Verriegelung | Push/Pull |
| Versionen | Multi/Singlemode Normal- und Schrägschliff |
| Einsatzgebiet | LAN, WAN |
| Faseranzahl je Stecker | 1 Faser |
| Verbreitung | sehr oft |
DIN (LSA) Stecker

Der (LWL-) DIN-Stecker, auch als LSA-Stecker bezeichnet, wird hauptsächlich in Deutschland von der Telekom eingesetzt, im LAN-Bereich ist er eher selten. Sein auffälligstes Merkmal ist die ca. 1cm lang Ferrule und die Schraubverriegelung ohne Verdrehschutz. Normen: IEC 874-6, CECC 86180 und 86135
| Ferrule | 2,5mm Keramik |
| Typische Einfügedämpfung | MM 0,15/SM 0,2dB |
| Steckzyklen ca. | 1000 |
| Verriegelung | Schraubverriegelung |
| Versionen | Multi/Singlemode Normal- und Schrägschliff |
| Einsatzgebiet | LAN, WAN, MAN (typ. Telekomstecker) |
| Faseranzahl je Stecker | 1 Faser |
| Verbreitung | selten |
MU-Stecker (Mini-SC)

LWL-Stecksystem nach IEC 61754-6, der die mechanischen und optischen Eigenschaften des SC Steckers in einer hochkompakten "small form factor” (SFF) Bauweise beinhaltet.
| Ferrule | 1,25mm Keramik |
| Anwendbare Normen | IEC 61754-6 |
| Typische Einfügedämpfung | MM 0,15/SM 0,2dB |
| Steckzyklen ca. | 500-1000 |
| Verriegelung | Push/Pull |
| Versionen | Multi/Singlemode Normal- und Schrägschliff |
| Einsatzgebiet | LAN |
| Faseranzahl je Stecker | 1 Faser |
| Verbreitung | sehr selten |
SMA / FSMA-Stecker
Der FSMA-Stecker ist ein LWL-Steckverbinder nach CECC 86 104-801 aus den Anfangszeiten der Lichtwellenleitertechnik und mit entsprechenden Schwächen. Die Schraubverriegelung führt zu den meisten Problemen. Zu fest angezogen, wird die Faser beschädigt und eine lockere Verbindung sorgt für hohe Dämpfung - ohne Verdrehschutz. Eingesetzt wird der Stecker meist nur für Multimode- und POF-Fasern.
| Ferrule | 2,5mm Metall |
| Typische Einfügedämpfung | MM 0,5/SM 0,5dB |
| Steckzyklen ca. | 1000 |
| Verriegelung | Schraubverriegelung ohne Verdrehschutz |
| Versionen | Multi/Singlemode POF |
| Einsatzgebiet | LAN |
| Faseranzahl je Stecker | 1 Faser |
| Verbreitung | selten |
MTRJ-Stecker

Small Form Factor (SFF) LWL-Stecker auf Basis einer Mini-MT Duplex Ferrule, der den IEC 61754-18, ANSI/TIA/EIA -604-12, ISO/IEC 11801 und ANSI/TIA/EIA - 568-B.3 Normen entspricht. Der MTRJ-Stecker ist einer der wenigen, die mehrere Fasern in einem Stecker aufnehmen können und sollte ursprünglich bis zu 8 Fasern aufnehmen, was sich aber nicht durchgesetzt hat.
| Ferrule | 1,25mm Kunststoff |
| Typische Einfügedämpfung | MM 0,2/SM 0,4dB |
| Steckzyklen ca. | 500 |
| Verriegelung | “Plug and pull” RJ Verriegelung |
| Versionen | Multi/Singlemode |
| Einsatzgebiet | LAN |
| Faseranzahl je Stecker | 2 Fasern |
| Verbreitung | häufig |
Weitere Stecker und ausführliche Datenblätter finden Sie beim LWL-Steckerspezialisten Diamond
Auch Huber+Suhner bietet sehr viele Informationen, insbesondere auch für Spezialstecker, in einem ipaper.






