Die chromatische Dispersion ist die Summe aus 2 Effekten: Materialdispersion und Wellenleiterdispersion. Diese Beiträge können sich teilweise oder ganz auslöschen. So kann die chromatische Dispersion zu 0 werden, obwohl Materialdispersion und Wellenleiterdispersion ungleich 0 sind. Messbar ist nur die Summe aus den beiden Anteilen.
Da die chromatische Dispersion eindeutig messbar ist und es Fasern oder Bauelemente mit reziproken Dispersionseigenschaften gibt, ist Dispersion kompensierbar!
Die Messung von CD ist mit unterschiedlichen Methoden möglich.:
Die Impulsverzögerungsmethode bietet den Vorteil, dass das Messgerät multifunktional einsetzbar ist: Es handelt sich um ein Rückstreumessgerät, welches bei 4 oder mehr Wellenlängen arbeitet. Dieses Messprinzip versagt, wenn sich nichtreziproke Bauelemente entlang der Strecke befinden (optische Verstärker, optische Isolatoren oder optische Zirkulatoren), da das Rückstreusignal die Strecke in Vor- und Rückwärtsrichtung durchläuft und folglich in einer Richtung stark gedämpft wird.
Die Phasenverschiebungsmethode und die differenzielle Phasenverschiebungsmethode sind aufwändiger und liefern dafür aber genauere Resultate über einen größeren Wellenlängenbereich und für größere Streckenlängen.
Die interferometrische Methode erlaubt die Messung der chromatischen Dispersion an kurzen Faserstücken. Die wellenlängenabhängige Laufzeitverzögerung wird mit einem Mach-Zehnder-Interferometer gemessen.




