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Infrastruktur- statt Breitbandziel

Der Bundesverband Glasfaseranschluss e.V. (BUGLAS) fordert ein Infrastruktur- anstelle eines Breitbandziels für das Erreichen der Gigabitgesellschaft, um die Glasfaser als Basisinfrastruktur für alle Zugangstechnologien in die Fläche zu bringen. Damit will der BUGLAS auch den Infrastrukturwettbewerb fördern und einen Überbietungswettbewerb der Bandbreitenziele von EU und Bundesregierung vermeiden.

Der Verband kritisiert insbesondere die Entscheidung der Bundesnetzagentur (BNetzA) zum Ausbau von Vectoring im Nahbereich der Hauptverteiler durch die Deutsche Telekom. In 95 Prozent der Nahbereiche entstehe so laut BUGLAS ein Quasi-Monopol der Telekom. Des Weiteren überbaue die Telekom Glasfasernetze mit Vectoring-Technologie. „Schlimmer noch: Die Regulierung der BNetzA verpflichtet die Telekom sogar zum Überbauen anstatt zum Beispiel von Wettbewerbern Vorleistungsprodukte auf Glasfaserbasis anzumieten“, ergänzt BUGLAS-Vorstandsmitglied Patrick Helmes, Bereichsleiter Kommunikation & Recht bei NetCologne. Das FTTC-Monopol der Telekom würde nachhaltigen Schaden für den Wettbewerb verursachen.

Der BUGLAS hingegen setzt sich für den Infrastrukturwettbewerb ein, sieht diesen aber durch die BNetzA-Regulierung gefährdet, zumal Preis und Spezifikation des virtuellen Bitstrom-Ersatzprodukts VULA (Virtual Unbundled Local Access) noch nicht feststehen. Deshalb wird die Vectoring-Regulierung der BNetzA mit einer Klage angefochten. Zudem hat der BUGLAS zusammen mit anderen Verbänden ein Eilverfahren angestrengt, bevor die Telekom mit dem Vectoring-Ausbau beginnt und so Fakten schafft.

Aus dem Newsletter der Cable!vision Europe vom 10.11.2016

15.11.2016